 Tenuta
di Casaglia |
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Funde
aus dem VII. und VIII. Jh. v. Chr. weisen auf eine alte Siedlung der Villanova- Kultur hin und bestätigen somit,
dass der Hügel von Casaglia bereits in sehr früher Zeit bewohnt war. |
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Bei
archäologischen Ausgrabungen zwischen
1925
und
1935
kommen am Fuße des Hügels von
Casaglia schöne
tholosförmige Gräber aus dem II. - III. Jh. v. Chr. zum
Vorschein, welche die für die
Etrusker strategisch
wichtige Lage Casaglia's auf der Verbindungsstrasse zwischen dem
Kupferbergwerk in
Montecatini Val di Cecina und dem Meer beweisen. |
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Im
Jahr 1115
verkauft
ein gewisser
Graf Ugo
die Burganlage von Casaglia ("Castrum Casaliae") für 50
Lire
an den Bischof von
Volterra, Ildebrando Pannochieschi.
1186
bestätigt eine von Kaiser
Heinrich IV.
unterzeichnete Urkunde diesen Besitz des Bischofs. Die alte Kirche
von Casaglia, dem hl. Johannes d. Täufer gewidmet, wird
1274 in den päpstlichen "Decimae"
und 13S6 in den
"Libra Cleri"
der Belforti-Synode
erwähnt. |
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Ende des
13. Jh.s
gelangt die Burganlage von Casaglia in den Herrschaftsbereich der
Republik Pisa und der Grafen della
Gherardesca, welche die
Interessen der Republik Pisa in der toskanischen Maremma vertreten. |
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1345 beteiligt sich das
Volk von Casaglia an den von den Grafen von Montescudaio angeführten
Aufstand gegen di Republik Pisa, bei der die Burganlage aber beinahe
zur Gänze zerstört wird. |
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Um
1650
gelangen
die Ruinen des Schlosses und die umliegenden Bauernhöfe in den
Besitz der
Marquisen
Ridolfi, einer
adeligen Patrizierfamilie aus Florenz, die bereits Ländereien in der
Gemeinde Montescudaio erworben hatte. |
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Am
10.11.1789
verkaufen die Marquisen Giovanni
Franco, Ferdinando, Piero und Luigi Ridolfi (Söhne des
Marquis Cosimo Ridolfi) die "Tenuta di Casaglia"
für
13.500
florentinische Scudi an den Hochw. Odoardo
Espinassi und an seinen Bruder Michele Espinassi,
Söhne des Guglielmo Espinassi
aus Livorno (vermutlich
aus
Frankreich stammend). |
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 1807
stirbt Hochw. Odoardo Espinassi, und die Tenuta di Casaglia gelangt
an die Schwestern Marianna
und Maria Espinassi,
seine Erbinnen. Mit einem Akt des Erzherzogs von Osterreich und
Großherzogs von Toskana, Ferdinand III., wird am
10.11.1816 ermöglicht,
dass Maria Espinassi den Herrn Dr.med. Alessio
Moratti, Sohn des Clemente
Moratti (*1742, +1816)
und der Maria Domenica Giusteschi aus Castagneto
(aber eigentlich aus Pistoia
stammend), als Sohn adoptieren kann. Dies geschieht mit einem
notariell beurkundeten Akt
am 17.09.1816.
Mit dem „Diploma di Nobiltä
Fiesolana" wird Dr.med Alessio Espinassi
Moratti
am 17.12.1840
von Leopold II.,
Erzherzog von
Osterreich und
Großherzog
von
Toskana, geadelt. |
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Dr.med.
Alessio Espinassi Moratti, Nobile della Città di Fiesole,
(*1767, +1842)
∞
Maria Anna Andreini
Die Tenuta di Casaglia
wird sowohl durch den Erwerb neuer Ländereien als auch infolge der
von Leopold II., Erzherzog von
Osterreich und Großherzog von Toskana, geförderten Bonifizierung
weiter Landstriche längs
des Flusses Cecina vergrößert.
1830
zählt die Pfarrei Casaglia
164
Seelen. |
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N.H.
Odoardo Espinassi Moratti
(*1820, +1885)
∞ Maria Antonietta Bonaini |
N.H.
Cav. Giovanni Battista Espinassi Moratti
(*1822, +1898)
∞ Marquise Cesira Rosseili
del Turco |
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Mit
dem
N.H. Cav. Giovanni
Battista
Espinassi Moratti
erreicht die Tenuta di Casaglia
ihre größte Ausdehnung:
2.500 ha verteilt auf 40
Bauernhöfe. Das Anwesen
weist Ende des 19.Jh. die typische Struktur eines
toskanischen Gutshofes auf: Aus den Häusern der alten Burganlage
entstehen die Wohnungen der
Arbeiter. Daneben werden neue Scheunen für die Ernte errichtet. In
der nächsten Umgebung befindet sich
die Villa der Herren von
Casaglia, im neoklassizistischen Stil,
welche
erweitert und mit zahlreichen Freskos bereichert wird.
Die Kirche von Casaglia, die am Ende des 14.Jh. bereits große
Schäden aufweist und in
ihrem Territorium stark eingegrenzt ist, wird zwischen 1400 und 1700
von Pfarrern geleitet, die nicht mehr in
Casaglia ansässig sind. Ende des
18.Jh. droht die Kirche endgültig einzustürzen, und um die Mauern zu stützen wird im hinteren
Kirchenbereich 1778 eine kleine Grabkappelle errichtet, die auch den
Zugang zum kleinen
angrenzenden Friedhof ermöglicht. Aber auch in dieser Kappelle
zeigen
sich bald große Risse, und
der Einsturz von Kirche und
Kappelle scheint unausweichlich.
Zwischen 1858 und 1879 errichtet N.H.
Giovanni Battista Espinassi Moratti, vorwiegend
mit eigenen Mitteln, aber auch
mit Hilfe der Bevölkerung von Casaglia und des damaligen
Pfarrers
Ansano Falugi, die neue Kirche. 1876
zählt die Pfarrei Casaglia 210
Seelen. |
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N.H. Antonio Espinassi Moratti
(*1865,
+1900) ∞Giunia Mori |
N.D. Concettina Espinassi Moratti
(*1864, +1878) |
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N.D. Antonietta Espinassi Moratti
(*1895, +1965)
∞
Casaglia, am 15.04.1960
N.H. Dr.lnq. Giusto Cancellieri
(*1892, +1985)
1951 wohnen in Casaglia 41 Personen.
1955
werden infolge der von der italienischen Regierung
verfolgten
Agrarreform
über 1.500 ha des Anwesens enteignet und auf kleinere
landwirtschaftliche Betriebe verteilt. Auf den Ländereien, die im
Besitz der Tenuta di Casaglia verbleiben, werden neue Bauernhöfe und Scheunen erbaut, um die ganze Ernte unterbringen zu
können, die aufgrund des Einsatzes moderner
Technologie in der Landwirtschaft nun viel
größer ausfällt. Es wird auch ein Jagdrevier eingerichtet, welches die
Fachliteratur zu den berühmtesten in der toskanischen Maremma zählt. |

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N.D. Maria Giovanna Cancellieri
(*1934)
∞ Florenz, am 18.06.1960
Baron Adalbert Weihrauch Di
Pauli von Treuheim
(*1925, +1970) |
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Die
Tenuta di Casaglia entwickelt sich zu einem modernen
landwirtschaftlichen Betrieb, der Getreide,
Wein, Olivenöl, Zuckerrüben, usw.
produziert. Zwischen 1976 und 1980 werden viele Gebäude in Casaglia
renoviert und für touristische Zwecke genutzt. 1980 wird die
"Azienda Agricola Casaglia
s.r.l." gegründet.
In
den Jahren zwischen 1990 und 2000 wird der
Agrotourismus
zusätzlich ausgebaut. Weitere Gebäude
werden
renoviert: die Grabkappelle der Familie Espinassi Moratti; die alte
Scheune, die
im Sommer für Konzerte klassischer und moderner Musik genutzt wird;
das Schlösschen mit dem Turm (ein Gebäude mit
polygonalem Grundriss, welches antike Bauelemente aufweist und an eine
mittelalterliche Burg erinnert), in
dem drei Appartements für die Gäste des
Agrotourismus
untergebracht sind.
2002
wird, dank der von der Diözese von Volterra zur Verfügung gestellten
Geldmittel, des Einsatzes des
Pfarrers Don Naldo Vallesi und der nicht nur wirtschaftlichen
Unterstützung der Besitzerin von Casaglia,
Maria Giovanna
Cancellieri,
die
Renovierung der Kirche abgeschlossen.
2003 wird aus der
Azienda Agricola
Casaglia s.r.l. die
"Borgo di Casaglia s.a.s. di Maria Giovanna Cancellieri &
C.".
Im Winter
wohnen in
Casaglia 8
Personen, aber während der Sommermonate können es auch 7o bis 8o
Personen sein. |
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Baron Dr.iur. Andreas Alois Weihrauch
Di Pauli von Treuheim ('1964)
∞ Krakau, am 28.09.2002
Gräfin Marianna Mycielska
(*1976) |
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Baron Leopold
Adalbert Weihrauch Di Pauli von Treuheim
(*17.11.2003 in Warschau) |
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