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Um 08.00 geht es los. Die Autobahn A 12 immer
Richtung Süden/Roma. Wir fahren bis Albinia durch die schöne Landschaft der
Maremma, vorbei am Nationalpark Parco Naturale della Maremma, den "Monti dell’ Uccellina". Von
Weitem kann man den Monte Argentario erkennen, die
Insel, die eigentlich nur noch eine Halbinsel ist.

Um 09.45 Uhr sind wir in der „Bar Bruno“ in Albinia
(direkt an der Durchfahrtsstraße 74). Wir kennen diese Bar von einem
Kurzaufenthalt in Porto Ércole und diversen Ausflügen von dort. Es ist
wieder sehr nett und man kommt gleich ins Gespräch mit zwei älteren Herren.
Die beiden geben ein paar Wörter Deutsch zum Besten. Einer dieser Herren
ist ganz stolz darauf, dass er früher einmal eine deutsche Freundin hatte. Leider
sind wir nur zum Frühstück bei Bruno und können dadurch nichts von den
leckeren Antipasti alla casa und den anderen schmackhaften Kleinigkeiten
probieren, die es hier immer in der Mittagszeit gibt.
Nach einem café und
brioche machen wir uns weiter auf
denWeg ins Landesinnere (SS 74, am Ortseingang von Manciano links abbiegen)
zu den Thermen di Saturnia. Nach einer Fahrt durch die schöne hügelige
Landschaft sehen wir plötzlich unter uns die „Badewannen“ der
Thermal-quellen. Hier kann man gratis in den Cascade del Mulino baden, wo
sich das 37,5° warme Thermalwasser über die Kaskaden ergießt.
Die
schwefeligen Heilquellen sollen bei Rheuma, Verdauungsproblemen und
Atemwegsbeschwerden helfen.Obwohl heute ein heißer Tag ist, freuen wir uns
auf ein Bad. Auf dem Parkplatz angekommen müssen wir aufpassen, dass wir
keinen Achsenbruch bekommen. Aber !! alles ist tatsächlich umsonst. Leider
ist es daher auch ziemlich müllig und wir finden erst nach dem Bad sauberen
Platz um uns etwas länger aufzuhalten. Oberhalb des kleinen Gebäudes
(wahrscheinlich mal die mulino) ist eine Wiese. Hier kann man auch in den
Bach steigen, der das Thermalwasser bringt. Allerdings gut festhalten bei der
starken Strömung!
Gegen Mittag fahren wir direkt in den Ort Saturnia.
Hier soll nach einer Legende der Gott Saturn Zuflucht gesucht haben und es
soll eine der ältesten Stadtgründungen Italiens sein. Wir aber suchen mal
wieder etwas zu essen und sind ziemlich unentschlossen. Ander Piazza gibt
es ein paar Bars und ein Restaurant, wir schauen in einer Nebenstraße nach
ein kleinen Trattoria. Als wir etwas Nettes unter Bäumen entdecken, bittet
uns der Kellner auf die Terrasse und unversehens sind wir durch das Lokal
gegangen und wieder auf der Piazza. So groß ist also Saturnia. Das Lokal
heißt „I Due Chippi da Michele“. Uns ist es zu teuer (u.a. 3,- € coperto p.P.)
und der Chef Michele zu aufdringlich. Das Essen ist aber o.k. Unseren
Espresso und ein gelato nehmen wir lieber schräg gegenüber in der Bar/
Gelateria. Hier ist Leben, hier sind viele Italiener. Die wissen halt wo man
gut essen und trinken kann und hier gibt es auch leckere Foccacia usw. Das
hätte ja auch gereicht für den kleinen Mittagsimbiss.
 Ein kleiner
pisolino (Mittagsschlaf) wäre jetzt nicht
schlecht, aber auf geht’s nach Capálbio zum Giardino dei Tarocchi. Bei
Manciano biegt man ab Richtung Capálbio. Später ist auch der Weg zum
Giardino gut ausgeschildert. Von Weitem kann man schon mal etwas Glitzerndes
zwischen den Olivenbäumen erhaschen. Ansonsten ist die Gegend etwas trostlos
und der Blick zum Meer fällt gleichzeitig auf große Industrieanlagen. Am
Parkplatz vor dem Giardino ist ein kleiner Imbiss. Hier sollte man sich noch
mit Wasser versorgen, wenn man nichts dabei hat, denn im Park gibt es nix.
Der Giardino dei Tarocchi ist von Niki de Saint Phalle
entworfen und mit sehr viel Hilfe ihres Lebensgefährten Jean Tinguely und
der Einheimischen in den Jahren 1979 – 1994 entstanden. Zeitweise lebte Niki
de Saint Phalle hier. Die begehbare Figur „Die Herrscherin“ ist mit Wohn-
bzw.
Esszimmer, Bad und Küche und mit einem Schlafzimmer ausgestattet. Alle Räume
sind mit Spiegelscherben ausgekleidet.
Der Eintritt zum Giardino kostet
10,50 € (Kinder, Studenten, Senioren ab 65 Jahren 6,00 €) pro Person. Nach
einem kurzen Fußweg empfangen uns ein großer Brunnen und ein buntes
Durcheinander. Wir schauen erst einmal und sortieren unsere Blicke. Unser
lieber Günter streikt und will lieber im Schatten sitzen bleiben. Das ist
praktisch, dann brauchen wir nicht alle unseren Rucksack mitschleppen. Er
macht es sich neben dem grasgrünen Drachen bequem und wir starten unsere
Exkursion durch den Garten und durch die Figuren. Viel Zeit kann man hier
verbringen und es gibt in jedem Winkel Neues zu entdecken. Das Ambiente des
Gartens ist allerdings sehr trist. Andererseits würde hier wohl jede farbig
blühende Pflanze den Konkurrenzkampf nicht bestehen.

Zurück fahren wir Richtung Meer, auf die Via Aurelia
(SS 1/ E 80) Richtung Norden.
Kurz entschlossen machen wir noch einen
Abstecher zum Monte Argentario, um unseren Freunden den kleinen Ort Porto
Ercole zu zeigen. Neben Porto Santo Stéfano, dem etwas mondäneren Ort und
Feriendomizil vieler Römer, der zweitschönste Hafen der Insel.

Der Ort ist noch ein bisschen im Winterschlaf, die
meisten Geschäfte sind noch nicht wieder komplett ausgestattet oder geöffnet. Aber
die Anlegestege sind schon voll belegt mit Motorbooten.
Nach einem kleinen Getränk in der Bar, die wie ein
Schiff am Kai liegt, fahren wir gen „Heimat“. Nach ca. 1,5 Stunden Fahrzeit
und toller Landschaft in der Abendsonne (viele Alleen um Grosseto) sind wir
gegen 20.30 Uhr wieder auf unserer Tenuta.


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