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 Schon um kurz nach 10.00 Uhr sind wir in Pisa am Campo dei
Miracoli mit seinem Dom, dem Baptisterium und dem Campanile = Torre
Pendente, also dem besagten schiefen Turm. Die Ausschilderung im Ort zu
diesem berühmten Platz ist recht gut für italienische Verhältnisse, immer
den Wegweisern zum Torre Pendente folgen. Wir lassen Harry und Jutta
am Platz aussteigen und suchen eine Parkplatz in der Nähe. Da das Auto voll
bepackt ist, wollen wir es nicht ohne Aufsicht stehen lassen. Ich erkläre
mich bereit am Auto zu warten, da ich den Turm schon bei einigen Reisen in
diese Gegend gesehen habe. Günter geht auch noch einmal schauen. Als er
zurück kommt suche ich doch noch eine Toilette. Als ich am Zugang zum Campo
dei Miracoli an der östlichen Seite um die Ecke komme, habe ich gleich den
Blick auf den schiefen Turm und bin wieder erstaunt – er steht wirklich
einfach irre schief! (eine Toilette ist hier übrigens auch). Dank Handy
finden Harry und Jutta uns ohne Problem.
Zurück geht es zur A12 und dann nach Carrara. Erstmal muss
man durch die Stadt. In der Stadt selbst ist der Duomo Sant’ Andrea und das
Museo Civico del Marmo sehenswert. Diverse Ausschilderungen weisen den Weg
zu den Cavi di Marmo. Es gibt mehrere Täler von denen es aufwärts geht in
die wie schneebedeckt wirkenden Berge. Die Brüche reichen bis zu 1000 m in
die Apuanischen Alpen hinauf.
Schon die Römer statteten ihre Villen und
Triumphbögen mit Marmor aus Carrara aus (damals war das Verarbeitungszentrum
noch Luni). Im 11. Jh. fiel Carrara an Pisa. Der Marmor für die Bauwerke auf
dem Campo dei Miracoli kommt natürlich von hier. Seitdem ging der Abbau des
Marmors stetig weiter und Carrara wurde zur berühmten Stadt des weißen
kostbaren Steins.
Auf den Serpentinenstraßen in die Berge finden wir immer
wieder schöne Ausblicke in Täler und über die Stadt. An manchen Stellen
wurden schon kleine Haltebuchten gebaut, damit der Verkehr auf den engen
Straßen von plötzlich parkenden Touristen nicht blockiert wird. Auch die
dicken Lkw’s mit ihren schweren Lasten fahren über diese Straßen. Heute am
Samstag ist allerdings nicht viel Verkehr. Nach einigen Kilometern befinden
sich die ersten Souvenirläden an der Straße. Vieles ist sehr kitschig und
hat die Wandlung zum metamorphen Kalziumkarbonat durch doppelte
Kristallisation noch nicht abgeschlossen und besteht nur aus Gips, made in
China.
Nun geht’s wirklich endlich nach Ligurien. Immer noch auf der
A12/ E80 Richtung Genua. Günter und ich freuen uns auf Moneglia, denn hier
haben wir schon häufig unseren Urlaub verbracht. Das letzte Mal vor sechs
Jahren, noch mit den Kindern. Günter möchte Harry und Jutta schon die schöne
Küste zeigen. Also fahren wir nicht schon in Deiva Marina von der Autobahn
ab, sondern erst in Rapallo. Durch Rapallo geht’s dann auf der Via Aurelia
wieder zurück Richtung Sestri Levante und Moneglia. In Zoagli machen wir
Halt, parken unten im Ort neben dem Friedhof. Auch hier haben wir schon
häufig ein paar Tage verbracht. Sozusagen als Italien-Einstieg, wenn wir mit
dem Auto von Norden kamen.
Im Hotel Le Palme kann man gut übernachten, super
essen und über die Treppe durch den verwilderten Park gelangt man auf die
Piazza vor der Kirche San Martino. Der Platz vor der Kirche ist sehr schön
mit Kieselsteinen gepflastert. Im Ort gibt es noch 2 Handwebereien für Samt
und Seidendamast. Die felsige Küste ist für diese Region typisch. Der Strand
besteht aus rund geschliffenen Kieselsteinen.
Über die kleine Bucht zieht sich ein hohes Viadukt, über das
die Eisenbahn fährt. Wir gehen von der Piazza aus links Richtung Meer, auf
dem schmalen, in den Fels gehauenen Weg. In der letzten Bar trinken wir
etwas und essen Pannini. Das Meer rauscht und unser Blick schweift hinüber
nach Portofino.
Weiter geht’s durch Chiavari, Lavagna, und
Sestri Levante bis Riva Trigoso. Dort ist der weitere Weg nach
Moneglia leider schlecht ausgeschildert. In Riva kommt man direkt am Strand
zu einem abenteuerlichen Tunnel. Der Verkehr wird per Ampelschaltung
geregelt (ca. alle 20 Minuten grün), weil der Tunnel nur einspurig befahrbar
ist. Es ist ein ehemaliger Eisenbahntunnel. Einige km fahren wir durch den
Tunnel. Kurz vor der Ausfahrt gibt es eine Abfahrt zum Campingplatz und zu
einigen Hotels in Moneglia.

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