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Ankunft, Enna, Duca di Castelmonte

Alabasterdüne bei Capo Bianco Wir freuen uns schon sehr auf Sizilien. Für Günter und mich ist es schon die 5. Reise ins Zentrum der Kulturen. Unsere Freunde Harry und Jutta werden das erste Mal diese tolle Insel besuchen.
Schon um 06:30 Uhr starten wir ab Hamburg mit Air Berlin Richtung Catania, via Nürnberg. Erice
Die Flüge starten pünktlich, in Catania sollen wir um 10:45 Uhr landen. Allerdings drehen wir noch ein paar Ehrenrunden. Sehr zu unserem Vergnügen, da wir so den Etna von verschiedenen Seiten bewundern können. Die Verzögerung ergab sich angeblich durch Komplikationen mit der neuen Abfertigungshalle, die gerade erst in Betrieb genommen wurde.
 
Endlich draußen, Superwetter, schön warm und der Etna begrüßt uns in der Ferne. Wir marschieren zur Autovermietung. Im Umfeld der neuen Halle sieht alles noch so aus wie sonst: etwas unaufgeräumt und wenig einladend für Touristen, die hier in ihren Urlaub starten. Nirgends ein schattiges Plätzchen oder eine Sitzbank, falls man mal warten muss.
Bei der Bestellung des Autos (von zu Hause) hat sich ein Fehler eingeschlichen. Zu unserer Überraschung sollen wir einen „Nissan Micra“ bekommen. Wir fragen uns, ob das ein Scherz ist – 4 Personen und entsprechend viel Gepäck! Nach etwas Hin und Her und Zuzahlung eines entsprechenden Betrages bekommen wir einen größeren Wagen, der gerade abgegeben wurde. Da er vorher noch in die Waschanlage muss, warten wir weitere 20 Minuten. Bei der Besichtigung des Wagens (sollte man immer vor Abfahrt machen um evtl. Beulen und Ähnliches in die Unterlagen eintragen zu lassen. Nicht, dass man später die Schäden des Vorgängers bezahlen muss) stellen wir fest, dass die Rücksitze pitschnass sind. Der Fahrer hatte wohl die Fenster in der Waschstraße nicht geschlossen. Also noch einmal warten in der Sonne …. Dann bekommen wir einen Lancia und machenuns endlich auf den Weg. Es geht über die Autobahn Richtung Westen. Unser erstes Quartier ist in der Nähe von Trapani: Agritourismo Duca di Castelmonte (www.ducadicastalmonte.it). Der Aetna ist auch von Enna zu sehen
Auf dem Weg dorthin lassen wir es uns allerdings nicht nehmen in Enna einen Stopp einzulegen. Nicht nur von Herrn Goethe wissen wir, wie toll der Blick vom Castell dort oben sein kann:

Goethe Montag, den 30. April 1787.               
   …. Die Atmosphäre vor uns tief herab mit Wolken bedeckt, wobei sich ein wunderbar Phänomen in der größten Höhe sehen ließ. Es war weiß und grau gestreift und schien etwas Körperliches zu sein; aber wie käme das Körperliche in den Himmel! Unser Führer belehrte uns, diese unsere Verwunderung gelte einer Seite des Ätna, welche durch die zerrissenen Wolken durchsehe: Schnee und Bergrücken abwechselnd bildeten die Streifen, es sei nicht einmal der höchste Gipfel.

Tipp: Fahren sie nach Gefühl so weit es geht immer bergauf, ggf. im Ort noch mal nach dem Castel fragen. Direkt am Castel gibt es immer genügend Parkplatz, da dort nie so richtig viel los ist.

Heute ist der Blick zum Etna in der Ferne nicht wolkenverhangen, aber dennoch recht dunstig. Wir genießen den Blick dorthin und hinüber nach Calascibetta.

Monte Pellegrino Blick auf MondelloMittlerweile ist es schon fast 15:00 Uhr und die Hälfte noch nicht geschafft. Wieder hinunter zur Autobahn und weiter nordwestlich durch hügelige menschenleere Landschaften. Ab und zu ein kleiner Ort in den Bergen. Erst an der Küste wird es wieder belebter. Cefalù lassen wir rechts liegen, dort haben wir auch schon einmal einen wunderschönen Urlaub verbracht.
Blick vom Monte Pellegrino auf PalermoEinige Kilometer vor Palermo eine brachliegende Hafenanlage. Versickerte Fördergelder? Die Küste hier ist nur in einigen Abschnitten schön. Bevor wir Palermo sehen, hebt sich kahl der Monte Pellegrino (Pilgerberg) in der Ferne ab. Dort in einer Grotte, einer Kirche gleich, ist die letzte Ruhestätte der Schutzheiligen Palermos, der „Heiligen Rosalia“, die im 17. Jahrhundert auf wundersame Weise die Stadt Palermo vor der Pest rettete. Ein durchaus beeindruckender Ort von magischer Anziehungskraft:

Goethe Palermo, den 6. April 1787. Monte Pellegrino        Monte Pellegrino       
Monte Pellegrino  … Der Gesang der Geistlichen verklang nun in der Höhle, das Wasser rieselte in das Behältnis gleich neben dem Altar zusammen, die überhangenden Felsen des Vorhofs, des eigentlichen Schiffs der Kirche, schlossen die Szene noch mehr ein. Es war eine große Stille in dieser gleichsam wieder ausgestorbenen Wüste; eine große Reinlichkeit in einer wilden Höhle; der Flitterputz des katholischen, besonders sizilianischen Gottesdienstes, hier noch zunächst seiner natürlichen Einfalt; die Illusion, welche die Gestalt der schönen Schläferin hervorbrachte, auch einem geübten Auge noch reizend – genug, ich konnte mich nur mit Schwierigkeit von diesem Ort losreißen und kam erst in später Nacht wieder in Palermo an. …
 
Die Autobahn endet kurz vor Palermo und wird zu einer 4 bis 6 - spurigen Stadtstraße, jeweils rechts und links hinter niedrigen Planken eine weitere Straße. Fahrbahnmarkierungen? Manchmal  ja. Ansonsten etwas für gute Nerven, besonders im Feierabendverkehr. Und auch sehr nervig die vielen Fensterputzer an jeder Ampel. Aber einfach durch, immer geradeaus, irgendwann wird die Straße wieder zur Autobahn und das Meer ist wieder in Sicht. Mit Blick auf den wunderschönen Golfo di Castellammare haben wir es bald geschafft.   Duca di Castelmonte Duca di Castelmonte

Ankunft in Duca di Castelmonte um ca. 17.00 Uhr. Wir hatten über ein kleines Reisebüro in Deutschland 2 Appartements gebucht. Suchen das Personal und man spricht gleich englisch mit uns.

Duca di Castelmonte Duca di CastelmonteWir bemühen uns, in italienisch zu antworten und halten das auch bis zum Ende unseres Aufenthalts durch, was das eine oder andere Mal zu kleinen Missverständnissen führt. Die Schlüssel zu den Appartements werden uns überreicht und gleich ein Körbchen mit unserem Frühstück für den nächsten Tag. Alles, was man dazu braucht kann man sich jeden Morgen frisch holen… Na schön. Von den Appartements (Campere 1° und 2°) sind wir sehr enttäuscht: dunkel, muffig, alte Duschbäder, kein Wäscheschrank, primitive Küchenausstattung und in der Küche kein heißes Wasser, alles nicht besonders sauber. Das Bett befindet sich auf einer eingezogenen Ebene mit steiler Treppe und hängt quasi unterm Dach. Und das sollen vier Sterne sein….??? Gibt es auf Sizilien für Agritourismo andere Bewertungskriterien? Wir beraten und denken, dass wir auf jeden Fall die kleinen Terrassen nutzen werden, die jeweils vor unserem Appartement sind. Und tauschen? Dann bekommen wir wohlmöglich die Appartements am Parkplatz und in der Nähe der Straße. Also bleiben und Koffer auspacken.

Zum Abendessen hatten wir uns angemeldet und werden absolut entschädigt für die schlechte Unterkunft. Im großen Saal ist eine riesige lange Tafel gedeckt. Wir kommen erst um viertel nach acht. Man wartet schon auf uns… unangenehm. Es gibt keine Speisekarte. Alle bekommen das Menü des Abends und Speisesaaldas pünktlich um 20:00 Uhr! Wasser, Wein und Brot stehen schon auf dem Tisch und dann geht es los!
Antipasti: ganz frische Mini Carciofi lecker gebraten, Peperonata, Etwas salatähnliches aus Kartoffeln, Tomaten und Gurke.
Suppe: Tomaten mit Spinaci oder Mangold ?, dünne Nudeln
Primo Piatto: Penne rigate e pomodoro, buonissimo!!!
Secondo: Cotoletto (arrabbiato) con pomodoro crudo
Eigentlich ja ganz einfache Sachen, aber so superlecker, dass wir viel zuviel essen und total pappsatt ins Bett fallen.

 
Grotte der Heiligen Rosalia Duca di Castelmonte Duca di Castelmonte