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Sehnsuchtsziel Gardasee: Mediterranes Flair an der „Limonen-Riviera”Von Ursula Sellenberg in Welt 15.07.04 |
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Info: Anreise: Per Flugzeug nach Verona (etwa mit der Lufthansa fünfmal täglich ab München), Mailand und Mailand-Bergamo (zum Beispiel mit Air Berlin aus Berlin-Tegel und Düsseldorf, Ryanair aus Frankfurt-Hahn und Hamburg Lübeck, Volareweb und Hapag Lloyd Express aus Hannover). Bahnreisende fahren bis Rovereto. Ab dort Busverbindung nach Riva del Garda. Auskünfte beim Verkehrsbüro in Riva oder auf deutsch durch Maria Pia Marchetti unter Tel. 0039/0464-55 65 02. Gratis-Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit bietet das Ledrotal bis Mitte September. Auskünfte in Deutsch unter Tel. 0039/0464-59 12 22. Im Internet: www.vallediledro.com Allgemeine Informationen unter: www.gardasee-italien.de |
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Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühen", fragt Goethe im Gedicht „Mignon” und meint damit Bella Italia, für viele Reisende noch immer ein Ziel ihrer Sehnsucht. Schon der relativ nahe Gardasee empfängt die Besucher mit mediterranem Flair. Jahrhunderte lang erntete man hier tatsächlich Zitronen, vor allem im Dorf Limone am Westufer. Zwar heißt es, der Ortsname käme von Limes (Grenze), und auch der einst florierende Zitronenanbau ging nach 1870 zu Ende. Dennoch spricht unsere Begleiterin Maria Pia Marchetti nach wie vor von der „Limonen-Riviera”. Noch Außergewöhnlicheres blüht, wächst und gedeiht seit 50 Jahren in der Gartenanlage vom Hotel du Lac et du Parc in Riva del Garda. Bambus, Gingkos, Palmen, eine Kaschmirzypresse und ein duftender Kampferbaum ragen neben heimischen Pinien, Steineichen, Lorbeer-, Oliven- und Erdbeerbäumen empor. Das Vier-Sterne-Resort hat direkten Zugang zum Gardasee. Hier können die Urlauber ebenfalls baden, am Ufer entlang spazieren oder durchs Sarca-Tal nach Arco radeln. Neuerdings können sie am Hotelausgang bei „Sailing du Lac” gleich ein Boot oder Board mieten, um sich - nach einigen Unterrichtsstunden - den Wassersportlern aus Torbole anzuschließen. Von dort flitzen die Surfer übers oft raue Wasser, reiten Mutige auf ihren Katamaranen durch die Wellen. Der Name Torbole kommt ja nicht von ungefähr. Dennoch - gegen Mittag wechselt der Wind die Richtung. Die von Süden ein-setzende Ora pustet alle wieder zurück. Goethe, der auf seiner Italienischen Reise in Torbole Station machte, pries am 14. September 1786 „die Herrlichkeit des Wasserspiegels”. Angesichts der farbenfrohen Segel wäre er sicherlich noch mehr ins Schwärmen geraten. Ohnehin zeigen sich Landschaft und Orte bei einer Bootsfahrt von ihrer schönsten Seite, sei es mit einem Linienschiff oder der hoteleigenen Motoryacht „Speedy 2”. Kapitän Roberto Danti kurvt bereits seit seinem fünften Lebensjahr - zuerst zusammen mit seinem Vater - über den 368 Quadratkilometer großen See. Beim Ablegen präsentiert sich Rivas bunte Hafenszenerie mit dem Trutzturm (Torre Apponale) als wahres Postkartenmotiv. Vor Limone fährt Danti langsam an den früheren Zitronenplantagen (Limonaien) entlang. Wie antike Säulen ragen die verbliebenen Stützpfeiler emempor. Die Anlagen stehen unter Denkmalschutz, nicht nur in Limone, sondern auch in Gargnano ein Stück weiter südlich. Von dort grüßen die Kirche San Martino und der Palazzo Bettoni herüber. Gewaltiger sind jedoch die stolzen Skaligerburgen aus dem 13. Jahrhundert, errichtet von der Familie della Scala. Doch welche verdient den Schönheitspreis? Die „Märchenbuch"-Festung von Sirmione ganz im Süden oder die von Malcesine am Ostufer, gekrönt vom 2200 Meter hohen Monte Baldo? Auf grobem Kopfsteinpflaster schlendern die Besucher durch die Gassen von Malcesine. Im Vorbeifahren hat Goethe seinerzeit das Bauwerk skizziert, den kantigen Turm im Burghof sitzend gezeichnet und sich damit verdächtig gemacht. Einige Tage arretierte man ihn und tut nun Abbitte durch einen Goetheraum. Nach so vielen Eindrücken verlangt der Magen sein Recht. Maria Pia geleitet uns zum schlichten Ristorante Giuly in Brenzone, eine Top-Adresse für Meeresspezialitäten. Nach hausgemachten Nudeln, Risotto und Salaten mit feinsten Meeresfrüchten serviert der Chef schließlich Riesengarnelen, Langusten und einen Edelfisch, den Maria Pia verzückt als „Orata” bezeichnet. Gourmetküche mit rustikalem Flair. Mehr Schein als Sein bietet dagegen die Villa Negri, angeblich Rivas Nr. 1. Lauwarme Kalbsbäckchen und halbgare Gänseleber machen selbst auf Designertellern keine Freude. Für eine andersartige Symbiose von Originalität und Qualität steht Mario Bottas „MART”, das neue Museum für moderne Kunst in Rovereto. Schon von außen wird es mit seiner lichten Kuppel und den archaisch-strengen Figuren von Mimmo Paladino zum Erlebnis. Drinnen überraschen 8000 prägende Werke des 20. Jahrhunderts, vielfach Dauerleihgaben. Ein Muss für Kunst-Fans. Seeblick von hoher Warte - auch der gerät zum Erlebnis. Bequeme Menschen nutzen die Seilbahn zum Monte Baldo, andere erwandern sich dieses Vergnügen und nehmen am Ostende Rivas den Sentiero de la Pace. „Stufen mit Aussicht” führen auf den 376 Meter hohen Brione. Von einer Granit-platte schauen wir hinunter aufs Städtchen und sehen ein Gewitter über den See herauf ziehen. Noch interessantere Touren bieten sich 600 Meter höher am zauberhaften, von bewaldeten Bergen gerahmten Ledrosee. Anna Maria Santolini vom Fremdenverkehrsamt in Pieve di Ledro kennt die schönsten Routen. Eine geht vom verlassenen, 780 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Dorf Leano aus. Nur am Wochenende werden die Häuser genutzt. Ein moderater Pfad führt von Leano auf den 1621 Meter messenden Monte Carone. Am Wegesrand blühen noch die letzten Christrosen, dazu blaue Traubenhyazinthen, das weiße Waldvögelein, rotes Erika, lila Seidelbast, gelbe Primeln und blaue Leberblümchen. Weit drunten schimmert der Gardasee. Doch bald umhüllt er das gegenüber liegende Malcesine mit einem Dunstschleier. Leichter ist es da schon, einen grandiosen Blick auf den drei Kilometer langen Ledrosee zu erhaschen, so unter anderemvom Tremalzo-Pass. Ein nur halbstündiger Anstieg führt dort auf den gleichnamigen, 1974 Meter Höhe messenden Gipfel. Wie ein blaues Auge leuchtet das Wasser zwischen den grünen Bergen. Brenta- und Adamello-Gruppe markieren den Horizont. Ausblicke, die auf dem Weg entlang der Tremalzo-Flanke mehrfach beglücken. Wer nicht Berg wandert, schlendert auf der neuen Promenade am Ufer des Ledrosees entlang, kann hier picknicken oder mit Wasserblick einen Eisbecher genießen. Nur wenige Surfer tummeln sich auf dem glitzernden Nass. Tret- und Segelboote warten auf die Sommergäste. Motorboote sind verboten, der Ledrosee besitzt Trinkwasserqualität. Umso mehr lockt ein Sprung in die klaren Fluten, ganz ohne Eintritt und Kurtaxe. Eine lebensfreundliche Gegend, wo schon vor 3700 Jahren - so zeigt es das Pfahlbaumuseum in Molina - geschickte Menschen siedelten. Zu guter Letzt landen die Meisten in Bezzecca beim Pizzakönig Gino. Dünn rollt der Teig aus, belegt ihn üppig, backt das Ganze perfekt überm lodernden Feuer. 54 riesige Varianten stehen zur Wahl, als neueste Hits die Sorten Schumi und Ferrari - oben drauf das aus Käse ausgestochene Kühlerross
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